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Das Ziel von NanoMat ist es, so unmittelbar wie möglich, den persönlichen Kontakt zwischen Unternehmensvertretern wie auch zwischen Unternehmern und Wissenschaftlern herzustellen, zu fördern, und letztendlich auf ein produktives Niveau zu heben. Das besondere Augenmerk gilt kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). Mittelfristig strebt NanoMat an, sich als Ansprechpartner und Dienstleister für KMU im Themenfeld Nanotechnologie zu positionieren.
KMU gelten als das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft. KMU produzieren knapp die Hälfte der Wertschöpfung des Unternehmenssektors, beschäftigen 70% aller Arbeitnehmer und bilden 90% der Lehrlinge aus. Ein nicht geringer Teil der Unternehmen führt eigene Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durch oder kooperiert mit staatlichen Forschungseinrichten. Entweder direkt - im Sinne gemeinsamer Aktivitäten - oder indirekt, als Anwender von Forschungsergebnissen. "Science to Business" lautet das bekannte Schlagwort, das immer dann zur Anwendung kommt, wenn hochgesteckte Erwartungen formuliert werden: Wissens- und Technologietransfer soll zu neuen oder modifizierten Produkten führen. Bestehende Märkte sollen ausgebaut, neue erschlossen werden und all dies zu einem mehr an Arbeitsplätzen in bestehenden Unternehmen bis hin zu Unternehmensneugründungen führen. Im Bereich der KMU stellt sich ein durch die Nanotechnologie getragener Boom mit Blick auf Unternehmensgründungen, Arbeitsplätze, neue Märkte usw. - wenn überhaupt - nur langsam ein. In Deutschland befassen sich 700 Unternehmen aus dem Bereich der KMU -- von mehreren zehntausend insgesamt - mit der Entwicklung, Anwendung oder dem Vertrieb nanotechnologischer Produkte.
NanoMat für KMU
Vor diesem Hintergrund hat NanoMat die Diskussionsplattform "NanoMat für den Mittelstand" ins Leben gerufen. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung im April 2007 haben sich drei zentrale Themenfelder ergeben:
1. Das in den Laboratorien der Nanotechnologie zur Verfügung gestellte Wissen ist in seiner üblicherweise präsentierten Form (Fachzeitschriften, wissenschaftliche Vorträge) für unternehmerisches Handels oftmals nicht (ge)brauchbar. Es bedarf einer verständlichen und speziell an die Bedürfnisse von KMU angepassten Aufbereitung. Für eine systematische Sichtung und Beobachtung der Wissenschaftsszene fehlt es in den Unternehmen an Zeit und Personal. Die Wissenschaft selbst erscheint aus Sicht der KMU kaum anwendungsorientiert.
2. KMU suchen insbesondere dann den Kontakt mit den Wissenschaften, wenn aus Kundenperspektive rasch neue technische Lösungen gefunden werden sollen. Eine Informationslogistik, die eine schnelle Suche und das Finden eines passenden Experten möglich macht, fehlt. So kann auf Kundenwünsche häufig nicht adäquat reagiert werden kann. Zentral für KMU ist die Herstellung von persönlichen Kontakten.
3. Für Wissenschaftler, die über eine innovative Anwendungstechnologie verfügen, ist es, umgekehrt, problematisch einen Ansprechpartner aus dem Bereich der KMU zu finden. Die eigene Unternehmensgründung birgt hingegen die Gefahr, die Marktfähigkeit der neuen Technologie falsch einzuschätzen, und wirtschaftlich zu scheitern.
Das von NanoMat organisierte erste Treffen war als Auftakt zu halbjährlich stattfindenden Diskussionstreffen gedacht, die im Zusammenhang "Nanotechnologie und KMU" zur Problemidentifizierung und zu deren Lösung beitragen sollen. Die zweite Veranstaltung "Nanomat für KMU" wird am 5. September 2007 stattfinden.
Erhebungsbogen - Nanotechnologie und KMU
Wir möchten mit KMU-Vertretern ins Gespräch kommen. Dieser Erhebungsbogen bildet die Grundlage für die Ausarbeitung eines zielgerichteten Dienstleistungsportfolio. Alle Angaben werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.
Erhebungsbogen herunterladen (pdf.-Datei)
Hintergrundinformationen
- Ohne Mittelstand kein Nano (Industrieanzeiger Nr 12/2007; Mai 2007)
- Nanotechnik - Chancen und Probleme kleiner und mittelständischer Unternehmen (Nanotechnik Nr. 02/07; April 2007)
Europas forschungsstärkste Region im Gebiet der Nanotechnologie einschließlich deren Anwendungen in technologiestarken Unternehmen befindet sich im territorialen Überlappungsfeld der deutschen Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen, sowie der schweizer Kantone Basel & Thurgau und schließlich dem französischen Elsaß. Die in dieser Region weitestgehend getrennt voneinander agierenden Akteure erfüllen in der Summe ihrer Aktivitäten zwar die Maßstäbe eines "Technologieraumes von Weltrang", sind als ein solcher international aber nicht wahrnehmbar. Eine Zusammenführung zu einem "nanoValley.eu" und dessen internationale "Vermarktung" wird dem entgegenwirken und die Region im internationalen Wettbewerb stärken.