01/2007
Die Fachtagung NanoMat-Szene findet am 25. Mai 2007 im Forschungszentrum Karlsruhe statt.
Die NanoMat Szene, organisiert vom überregionalen Kompetenznetz NanoMat, bildet die wichtigste nationale Veranstaltungsplattform, um persönliche Kontakte und den wissenschaftlichen Austausch innerhalb der deutschsprachigen "NanoCommunity" zu pflegen und zu intensivieren.
Die nunmehr 8. NanoMat-Szene wartet mit Vorträgen und Diskussionen zu vier Themenschwerpunkten auf:
- Kohlenstoffbasierte Nanomaterialien
- Magnetische Nanomaterialien
- Nanomaterialien für mobile Systeme
- Elektrischer Transport in Nanosystemen
Ein besonderer Höhepunkt der diesjährigen NanoMat-Szene wird der Vortrag des in den USA lebenden und forschenden Nobelpreisträgers Horst Störmer (Columbia University, New York) sein, der unter dem Titel "Graphene: "You can never be too thin or too rich'" aus der aktuellen Forschung über diesen faszinierenden Nanowerkstoff berichten.
Die Graphene sind eine Modifikation des Kohlenstoffs und bestehen nur aus einer einzigen Atomlage Grafit, d.h. sie sind eine Million Mal dünner als ein Blatt Papier. Sie besitzen eine exzellente elektrische Leitfähigkeit und haben so ein Anwendungspotenzial in der modernen Elektronik. Horst Störmer hält es für möglich, dass Quantenpunkte aus Graphen dereinst die physikalische Grundlage eines neuartigen Quantencomputers sein könnten. Als Informationsträger würde dabei der Spin eines im Quantenpunkt gefangenen Elektrons dienen. Dieser kann je nach Orientierung die "klassischen" Zustände 0 oder 1, aber auch quantenmechanische Überlagerungen dieser beiden Zustände repräsentieren.
Nanomaterialien auf der Basis von Kohlenstoff sorgten in den letzten Jahren immer wieder für Überraschungen. Elementarer Kohlenstoff ist mehr als nur Grafit oder Diamant. Fussballförmige Moleküle, die Fullerene, oder die aus zusammengerollten Grafitlagen bestehenden Nanoröhren, die von ihren elektrischen und mechanischen Eigenschaften her viel versprechend sind, spielen bei der diesjährigen NanoMat Szene eine wichtige Rolle. Ralph Krupke vom Forschungszentrum Karlsruhe stellt in seinem Vortrag beispielsweise vor, wie sich in einem elektrischen Wechselfeld metallische und nichtmetallische Nanoröhren sortieren lassen. Denn bei der Herstellung der Nanoröhren entsteht immer ein Gemisch zwei verschiedener Typen von Röhrchen mit unterschiedlichen elektrischen Eigenschaften: Metalle und Halbleiter. Für die Anwendung in der Elektronik werden Nanoröhren jedoch sortenrein benötigt.
Ein weiteres Schlüsselthema bei der 8. Szene bilden Nanomaterialien für Energiespeicher. Lithium-Ionenbatterien für Hybridantriebe stellt Gerhard Hörpel von der Degussa GmbH vor und Bernd Gombert von der Siemens VDO Automotive wird erklären, dass der Hybrid allerdings erst der Anfang auf dem Weg zum energiersparenden Fahrzeug der Zukunft ist.
Nicht nur Herr Störmer ist "hoch dekoriert", sondern alle Referenten der diesjährigen Szene können auf namhafte Wissenschaftspreise verweisen. Auch einige der im Rahmen der Exzellenzprogramme des BMBF und der HGF geförderte Nano-Nachwuchswissenschaftler werden zu Wort kommen, so dass jeder der Vorträge zu einer anspruchsvollen und spannenden 8. NanoMat-Szene beitragen wird. Der Veranstalter NanoMat engagiert sich für die Vernetzung nanowissenschaftlichen know hows auf allen Ebenen. So bestehen nicht nur exzellente internationale Kontakte, etwa zu dem von der Columbia University in New York etablierten NanoNetzwerk, und zu dem dortigen Nobelpreisträger, sondern auch zu nationalen und regionalen Kooperationspartern. Beispielsweise beteiligt sich NanoMat, gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Karlsruhe, an europäischen Programmen zur Vernetzung von Nanowissenschaften und Unternehmen.
Der vor diesem Hintergrund von der Wirtschaftsförderung Karlsruhe organisierte Workshop, "Nanotechnologie als Innovationstreiber für Branchennetzwerke" findet parallel zur 8. NanoMat-Szene, ebenfalls am Forschungszentrum Karlsruhe statt.
Regine Hedderich