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SPIE Green Photonics Award 2013 für Forscher des Fraunhofer ISC

Preistraeger
Dr. Ruth Houbertz und Dipl.-Phys. Sönke Steenhusen; (c) Fraunhofer ISC

Im Rahmen der SPIE-Konferenz PHOTONICS West 2013, dem internationalen Branchentreff der Optik- und Photonik Community in San Francisco, wurden Ruth Houbertz und Sönke Steenhusen mit ihrem Team mit dem Green Photonics Award im Bereich optische Kommunikation ausgezeichnet. Der Preis wird an ausgezeichnete Forschungsbeiträge in vier Kategorien vergeben, darunter auch "Optische Kommunikation". Insgesamt 4400 Paper wurden eingereicht, 55 davon erreichten die Einstufung als "grün" im Sinne einer energie- und ressourceneffizienten Photonik. Einen der vier Preise erhielt das Fraunhofer ISC-Team.



  Dr. Ruth Houbertz und
  Dipl.-Phys. Sönke Steenhusen;
  (c) Fraunhofer ISC













Zum Thema:
Die Rechenleistung moderner Mikroprozessoren steigt stetig an, was in einer erhöhten     Datenrate von und zum Prozessor resultiert. Durch die begrenzte Bandbreite und den Energiebedarf elektrischer Leiter kommt der optischen Datenübertragung auf kurzen Längenskalen daher eine immer größere Bedeutung zu.  Um 1 Bit Daten zu übertragen, benötigen elektrische Datenleitungen z.T. mehrere 10 pJ. Durch optische Datenübertragung könnte 1 Bit mit weniger als 1 pJ an aufgewendeter Energie übertragen werden.
Optische Wellenleiter zur Datenübertragung, z.B. auf der Leiterplatte,  werden nach aktuellem Stand der Technik mit konventioneller UV-Lithographie hergestellt. Dies erfordert eine Vielzahl (ca. 9-20) energie- und materialintensiver Prozessschritte. Die in den Arbeiten von Frau Houbertz und ihrem Team verwendete Methode der Zwei-Photonen-Absorption zur Wellenleiter Herstellung ist im Gegensatz dazu wesentlich effizienter. Hierbei wird in  einem anorganisch-organischen Hybridpolymer (ORMOCER®)  mittels fokussierter fs-Laserpulse ein Brechzahlhub und somit ein Wellenleiter auf ein Substrat erzeugt (Frauenhofer-Preise 2007) . Dadurch können optische Verbindungen zwischen beliebig angeordneten optoelektronischen Bauteilen auf maximal 3 Prozessschritte reduziert werden: Nach Aufbringen eines speziell dafür geeigneten ORMOCER®s auf z.B. eine vorkonfektionierte Leiterplatte wird diese kurz mittels UV-Licht vorbelichtet. Anschließend werden die einzelnen Wellenleiterverbindungen direkt mit dem Laser geschrieben, wodurch in ein- und demselben Material ein Wellenleiter entsteht. Im Vergleich zur klassischen UV-Lithographie wird durch diese erhebliche Prozessvereinfachung Umwelt- und Energieaspekten auf mehrfache Weise Rechnung getragen: einerseits entfallen viele Prozessschritte, wie z.B. Beschichtungs-, Temperatur-, Belichtungs- und Entwicklungsschritte, andererseits auch zusätzliche Syntheseschritte bei der Herstellung von Precursoren. Dies spart Material, Energie und schont die Umwelt. Auf aufwändige Assemblierungsschritte kann ebenfalls verzichtet werden. Darüber hinaus gestattet die optische Datenübertragung eine erhebliche Reduktion der Energie / Bit. Somit wird mit diesem Ansatz die gesamte Wertschöpfungskette durch Energie- und Umwelt-schonende Prozesse abgebildet – vom Precursor bis in die Anwendung.

Technologiemanagement von Johnson Controls durch Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT ausgezeichnet

Johnson
(v.l.n.r): Carsten Geisbüsch, Jörgen von Bodenhausen, Dieter Kerkhoff, Deborah Wines, Michael Thomas und Dr. Andreas Eppinger mit Prof. Dr.-Ing. Günther Schuh.

 

Automobilzulieferer nahm an europaweitem Konsortial-Benchmarking teil

Burscheid – 1. Februar 2012. Johnson Controls, weltweit führender Hersteller von Fahrzeugsitzen und Sitzkomponenten, ist einer der fünf Sieger des Konsortial-Benchmarkings im Technologiemanagement „Successful Practices in Technology Management 2012“, welches das Fraunhofer Institut für Produktionstechnologie IPT in Aachen durchgeführt hat. An dem Projekt, zu dem das IPT zum vierten Mal eingeladen hatte, haben sich insgesamt 160 Unternehmen aus ganz Europa beteiligt.

„Die Auszeichnung durch das Fraunhofer IPT freut uns sehr. Dass wir zu den europaweit besten Unternehmen im Technologiemanagement zählen ist für uns Bestätigung und Ansporn zugleich“, sagt Dr. Andreas Eppinger, Group Vice President Technology Management bei Johnson Controls Automotive Seating. „Durch die Teilnahme am Konsortial-Benchmarking haben wir zahlreiche wertvolle Erkenntnisse und Impulse für unsere Arbeit erhalten.“

Das IPT hat gemeinsam mit einem Konsortium namhafter Partner das Technologiemanagement von 160 Unternehmen in einem mehrstufigen Verfahren untersucht, die sich an dem neunmonatigen Benchmarking-Projekt beteiligt haben. Evaluiert wurden dabei der organisatorische Aufbau des Technologiemanagements, die strategische Technologieplanung, die Früherkennung neuer Technologien, branchenübergreifende Innovationen, die Entwicklungen aus anderen Industrien nutzen, sowie Open Innovation-Ansätze, die externe Entwickler in den Innovationsprozess gezielt einbeziehen.

Johnson Controls hat die Jury durch die Früherkennung neuer Technologien überzeugt, die im Vergleich zu den anderen teilnehmenden Unternehmen als besonders ausgereift bewertet wurde. Das Konsortium stellte zudem die Unterstützung des Technologiemanagements von Johnson Controls durch IT-Tools als sehr erfolgreich und fortgeschritten heraus. Auch in allen anderen Kategorien schnitt das Technologiemanagement von Johnson Controls sehr gut ab.

„Johnson Controls hat auf beeindruckende Weise gezeigt, dass ein Technologiemanagement mit der notwendigen Management-Attention und entsprechender Ressourcenausstattung durchaus auch in kurzer Zeit erfolgreich etabliert werden kann. Als Schlüssel zum Erfolg haben sich hierbei durchdachte, global standardisierte Prozesse mit spezifischer IT-Unterstützung erwiesen“, sagte Prof. Dr.-Ing. Günther Schuh vom Fraunhofer IPT bei der Abschlusskonferenz des Konsortial-Benchmarkings in Aachen.

 

 


Professor Horst Hahn erhielt Robert Franklin Mehl Award

Horst Hahn
Der TMS-Präsident Wolfgang A. Schneider überreicht Horst Hahn den Robert Franklin Mehl Award 2013

Deutscher Nanowissenschaftler in der USA gewürdigt

Die Minerals, Metals & Materials Society (TMS) verlieh Professor Horst Hahn den
Robert Franklin Mehl Award. Der geschäftsführende Direktor des KIT Instituts für
Nanotechnologie ist erst der fünfte deutsche Wissenschaftler, der den seit 1922
verliehenen TMS-Award erhielt. Der Preis würdigt herausragende Erkenntnisse in
der Materialwissenschaft, die als Meilensteine in einzelnen Teildisziplinen gelten.

Die Minerals, Metals & Materials Society (TMS) verlieh Professor Horst Hahn während ihrer
Jahrestagung vom 3.–7. März 2013 in San Antonio, Texas, den angesehenen Robert Franklin
Mehl Award. Der geschäftsführende Direktor des KIT Instituts für Nanotechnologie ist erst
der sechste deutsche Wissenschaftler, der den seit 1922 verliehenen Award erhielt.
Der Robert Franklin Mehl Award ist der höchste Preis, den die TMS verleiht. Er soll jene
Qualitäten anerkennen, die wirklich herausragende Wissenschaftler im Bereich der Naturund
Technikwissenschaften charakterisieren: Originalität und Brillanz des Denkens kombiniert
mit wissenschaftlichen Visionen, die disziplinübergreifend sind.

Professor Horst Hahns Arbeiten zur Herstellung von Nanopartikeln mittels Inertgas und
chemischer Gasphasen-Synthese sind Grundlage für heutige industrielle Produktionsverfahren.
Er gilt international als Wegbereiter der Erforschung der so genannten nanokristallinen
Materialien, aus denen Werkstoffe mit gänzlich neuen bewusst hergestellten
Eigenschaften möglich geworden sind. In aktuellen Forschungsarbeiten konnte er mit
seinem Institut zeigen, dass sich schnelle Feldeffekttransistoren (FETs) in hohen Stückzahlen
kostengünstig aus gedruckten anorganischen Oxid-Nanopartikeln herstellen lassen.
Diese werden mit druckbaren Verbundfeststoff-Polymer-Elektrolyten  

 

(Composite Solid Polymer Electrolytes        CSPEs) als Isolator
der Steuerelektrode kombiniert. Die
Schaltgeschwindigkeit elektrochemisch
angesteuerter gedruckter Transistoren kann
bei ultradünnen CSPEs in den MHz-Bereich
ausgedehnt werden. Elektrochemisch
angesteuerte Bauteile in der gedruckten
Elektronik können so das Fenster zur
Anwendung öffnen. Gedruckte Elektronik
beruht auf der Herstellung elektronischer
Bauteile mit Standarddruckverfahren,
wie Tintenstrahldruck oder Rolle-zu-Rolle
Druck. Vorteile der druckbaren Elektronik
aus anorganischen Partikeln sind die hohe
theoretische Beweglichkeit der      Ladungsträger
 sowie die Stabilität der Materialien.

 

 

 

 

 

 

 

                                                                    Der TMS-Präsident Wolfgang A. Schneider
überreicht Horst Hahn den Robert Franklin
Mehl Award 2013

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                    Horst Hahns Arbeiten auf dem Feld der
Eigenschaften von Korn- und Phasengrenzen in kristallinen Substanzen und die Steuerung
durchstimmbarer Eigenschaften an nano-kristallinen Strukturen über funktionelle
Komponenten bis hin zum Bauteil gehören zu den Meilensteinen der Nanowissenschaften
und wurden durch zahlreiche nationale sowie internationale Ehrungen, sowie Berufungen in
mehrere deutsche und ausländische Wissenschaftseinrichtungen gewürdigt.

VITA

Prof. Dr.-Ing. Horst Hahn, geboren am 10. August 1952, studierte bis 1978 Werkstoffwissenschaften
an der Universität des Saarlandes, Saarbrücken und promovierte 1982 an der
Technischen Universität Berlin. Als Stipendiat der Fritz Thyssen Stiftung war er von 1982–
1985 an der Universität des Saarlandes tätig, anschließend sammelte er internationale
Erfahrungen in den USA am Argonne National Laboratory, an der University of Illinois at
Urbana-Champaign und der Rutgers University. Im Jahr 1992 wurde er zum ordentlichen
Professor der TU Darmstadt berufen und seit 2004 ist er Geschäftsführender Direktor des
Instituts für Nanotechnologie am Karlsruher Institut für Technologie und zugleich Professor
an der TU Darmstadt sowie seit 2011 Gründungsdirektor des Helmholtz-Institutes Ulm.

 

Seine wissenschaftlichen Leistungen sind in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet
worden. Unter anderem erhielt er 2012 die Heyn-Denkmünze der Deutschen Gesellschaft
für Materialkunde. Er ist Honorarprofessor und Distinguished Professor in Indien an der
Universität Hyderabad bzw.am IIT Madras, Gastprofessor in China (Lanzhou Universität)
und in Österreich (Universität Wien). Horst Hahn ist außerdem Mitglied mehrerer in- und
ausländischer Wissenschaftsakademien; unter anderem ist er Mitglied der deutschen
Nationalen Akademie der Wissenschaften, Leopoldina, sowie der European Academy of
Sciences und ferner Fellow der Materials Research Society (MRS) Pittsburgh, USA.
                                                               

                                                                                                                         Regine Geerk-Hedderich